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Beitrag von mu-yu am So 10 Nov 2013 - 16:19

Manchmal - nicht ganz so oft -
fällt mir in Kontexten vermeintlicher Banalität
plötzlich etwas auf,
das mir ganz neuen Sichtwinkel
auf Eigenes wie Fernes schenkt.

Dieser Tage war es der Begriff 'Freak'.
Ich hab nie wirklich über ihn nachgedacht.
Also über seine Vielschichtigkeit.
Für mich war er immer so positiv besetzt,
dass ich lediglich randläufig zur Kenntnis nahm,
wie beispielsweise in weiten teilen der u.s.a.
darüber gedacht wird.

Brösel, Bukowsky, Seyfried, Neuss -
sie waren für mich nie Helden,
sondern wohltuend selbstverständlich eigenständig.
Okay, Bukowsky konnte ich nie leiden -
der ist einfach zu brutal für meine Nerven.
Trotzdem steht er für eine Kulturbewegung,
die sich mit ihren Mitteln gegen Uniformität wehrt.
Für mich sind Freaks vor allem anderen
erstmal genau das:
Menschen, die aufgrund ihrer Eigenart wissen,
dass es viel mehr Wirklichkeit gibt als jene Realität,
die moderne Paradieswächter bewerben und verkaufen.

Gestern sah ich ein Musikvideo.
Weiß nicht mehr, von wem.
Es war schöne Musik.
Weshalb ich nicht gleich erfasste,
was ich da sah.
Plötzlich schoss mir
das Wort 'Freakshow' durch den Kopf.
Ich wusste,
dass es nicht meinem Denken entsprang.
Es war eher so,
als würde mir unerwartet bewußt,
wie weite teile der u.s.a.-menschen denken.

so wie neulich,
als ich darüber aufgeklärt wurde,
dass der amerikanische traum
nichts mit route 66
und weitem freiheitshorizont zu tun hat,
sondern mit autos, häusern, rasen und kladeradatsch.
das war auch so ein schock.
seit dekaden ging ich von anderem aus.
ganz selbstverständlich.

jetzt hat's mir ganz viel text weggefetzt.
vermutlich sinnvoll.
.
.
.

dann halt so:
'freak' ist ein wort, das mir hoffnung gibt.
Doris Day war vorgestern -
wir leben in Zeit fortgeschrittenerer Vergiftung.

Manchmal werf ich Blick
auf die Schönen und Reichen.
Ungefähr so, wie ich Bauhaus-Objekte betrachte:
Jepp, alles durchaus durchdacht funktional,
aber halt von Phantasie Aeonen entfernt.

Freaks sind Menschen mit Phantasie.
Freaks sind Menschen, die leben wollen.
Freaks sind Seismograph ihrer Umgebung.
Sowas wie Frontarbeiter.
Weshalb sie nicht selten verletzt werden.
Was zu gewissen Verhärtungen führt.
Sofern man Verletzung überlebt.
Meistens überlebt man sie.
Fast genauso oft mehr schlecht als recht.
Überlebende Freaks
sind prädestinierte Diplomaten.
Das ist folgerichtig.
Und sie sind Gefahrengut.
Das ist genauso folgerichtig.
Gefahrengut insofern,
als sie so einiges wirklich erlebt haben.
Das bleibt nicht ohne Spuren -
das ist normal.
Eine lebenswerte Gesellschaft ist eine,
die ihre Freaks achtet und auf sie aufpasst.
Weil sie doch so seismographisch sind.

Sympathisch oder nicht sympathisch
ist ganz andere Kategorie.

Soviel zum Sinnieren über Freaks,
statt über das Liebesleben der Waldameise. Smile
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Re: in-mir-drin-und-um-mich-herum

Beitrag von hylozoik am So 10 Nov 2013 - 16:54

Was für ein Thema Shocked Wink 

... was ich froh, dass ich "launig" und nicht normal sein kann (was immer das auch sein soll)  afro 
Freak  https://de.wikipedia.org/wiki/Freak

Ein Freak [fɹi:k] (aus dem Englischen freak: „Krüppel, Verrückter, Unnormaler“ aber auch „Begeisterter“) ist in der heutigen Umgangssprache meist eine Person, die eine bestimmte Sache, zum Beispiel ihr Hobby, exzessiv bzw. über ein „normales“ Maß hinaus betreibt, diese Sache zum Lebensinhalt macht oder sich zumindest mehr als andere darin auskennt (beispielsweise ein Computerfreak). Lebensweise bzw. Lebensstil und Lebensführung eines Freaks können sich von der eines Durchschnittsbürgers unterscheiden und bewusst individuell, unangepasst, anders oder „flippig“ sein. Das dazugehörige Adjektiv ist freakig, weit verbreitet ist auch freaky.

Begriffsgeschichte
Im Englischen bedeutet der Begriff ursprünglich „Laune“. Besonders in den USA engte sich die Bedeutung im 19. Jahrhundert ein zu „Laune der Natur“ (freak of nature) ein; im 19. Jahrhundert zogen oft sogenannte „Freak Shows“ über die Jahrmärkte, in denen Menschen wie z. B. Kleinwüchsige bzw. „Zwerge“, „die Frau mit Bart“, „der Zyklopenjunge“, die „Dame ohne Unterleib“, „der stärkste Mensch der Welt“ u. a. ausgestellt wurden. Auch der Elefantenmensch Joseph Merrick zog einige Zeit mit einer solchen „Freak Show“ umher. Regisseur Tod Browning hat diesen Menschen in seinem Horrorfilm-Klassiker Freaks (1932, mit missgebildeten Laiendarstellern) ein Denkmal gesetzt. In den 30er Jahren war das Zur-Schau-Stellen von „missgebildeten“ Menschen in Deutschland durch das NS-Regime verboten.

Ab etwa den 1960er Jahren bezeichnete man so auch gesellschaftliche Aussteiger und Anhänger einer alternativen Lebensweise, siehe z. B. den Comic The Fabulous Furry Freak Brothers. In Los Angeles wurden die frühen Hippies als Freaks bezeichnet.[1] Das erste Album der Mothers of Invention hieß Freak Out! und wird vom Musikkritiker Barry Miles als „eine Feier der Freaks und ihres Lebensstils“ bezeichnet. In den dem Album beigefügten ausführlichen Liner Notes schreibt Frank Zappa „Auf der persönlichen Ebene ist freaking out ein Prozess, in dem ein Individuum überholte und restriktive Maßstäbe hinsichtlich des Denkens, der Kleidung und der sozialen Etikette abstreift, um einen KREATIVEN Ausdruck für seine Beziehung zu seinem unmittelbaren Lebensumfeld (…) zu finden.“

Im modernen englischen Sprachgebrauch kann das Wort je nach Kontext durchaus noch als Beleidigung aufgefasst werden, es überwiegt aber mittlerweile auch hier die wohlwollende Variante – siehe beispielsweise der Roman Freaky Friday und dessen Verfilmungen oder die Zeichentrickserie Freakazoid! https://de.wikipedia.org/wiki/Freakazoid!

... bla ...
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Re: in-mir-drin-und-um-mich-herum

Beitrag von mu-yu am So 10 Nov 2013 - 17:38

hylozoik schrieb:Was für ein Thema Shocked Wink 

... was ich froh, dass ich "launig" und nicht normal sein kann (was immer das auch sein soll)  afro 
Genau das meinte ich. Like a Star @ heaven  I love you 

Ist kein übliches Thema - ich weiß.
Trotzdem begegnet es. Also mir. Wink
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